Wenn Du mehr zu der Publishing- und Blogging Plattform ghost.org erfahren willst,
bist du hier genau richtig.
Ich haben diese Übersicht geschrieben, um die wichtigsten Funktionen aufzuschlüsseln und darüber zu sprechen, wie Ghost im Vergleich zu anderen Blog-Systemen abschneidet, damit du eine fundierte Entscheidung darüber treffen kannst, ob Ghost die richtige Plattform für dich ist oder nicht.

In einem Folge-Beitrag werde ich dann Ghost einem Vergleich zu WordPress unterziehen.


Was ist Ghost?

Ghost ( ghost.org ) ist eine freie und professionelle Blogging-Plattform,
die in JavaScript geschrieben ist und unter Node.js läuft.
Sie ist minimalistisch aufgebaut und verfolgt das Ziel, ein System zum Verfassen und zur Veröffentlichung von Artikeln zu bieten, bei dem Blogger nicht von anderen Dingen abgelenkt werden.

In der aktuellen Version 4 ( 2021 ) sind jetzt Mitgliedschaften und Abonnements sowie E-Mail-Newsletter ein nativer Bestandteil der Kernplattform.

Das hat leider auch viele Anwender vergrault, die mit den neuen Funktionen nicht so richtig warm geworden sind.
Ich nutze auch keine Mitgliedschaften oder die Newsletter bei Ghost. Das hält mich aber nicht davon ab, das überaus gute Blog-System zu verwenden. Man kann – muss aber nicht die neuen Features nutzen. Deshalb verstehe ich auch manche User nicht, die vorher das System hochgelobt haben und sich jetzt darüber negativ äußern.

Weg von mir – zurück zu Ghost:
Mit seiner anfängerfreundlichen Oberfläche und hunderten von Themen und erweiterten Integrationen ist Ghost eine der einfachsten Möglichkeiten, deine eigene Website oder deinen eigenen Blog einzurichten.

Das Hauptaugenmerk von Ghost liegt ganz klar auf dem Bloggen – und sie haben die Benutzeroberfläche und die Funktionen absichtlich einfach gehalten. Das macht es auch für Anfänger einfach zu bedienen und hält die Benutzeroberfläche sauber und frei von unnützen Dingen die eh niemand braucht.


Ghost: Turn your audience into a business
The world’s most popular modern publishing platform for creating a new media platform. Used by Apple, SkyNews, Buffer, OpenAI, and thousands more.

Entwicklung und Preise

Im April 2013 durchlief Ghost eine hochgelobte Kickstarter-Kampagne, die nach nur einem Tag erfolgreich finanziert war.
Dies löste kontroverse Diskussionen um neue Technologien ( Node.js vs PHP ) rund um WordPress aus. Nach dem Erfolg der Kickstarter-Kampagne wurde die Ghost Foundation mit Sitz in Singapur gegründet. Mit der Foundation ist Ghost als Open Source Software ( MIT-Lizenz ) verankert.

Die Software ist über GitHub für selbst gehostete Webseiten frei verfügbar.

Ghost bietet zwei Möglichkeiten für Verbraucher.
Ghost Open-Source und Ghost Pro.
Hier ist ein kurzer Überblick über die Pläne.

Ghost Open-Source:
Ein kostenloses Programm, das du selbst hosten und selbst verwalten kannst.
Wobei kostenlos nicht ganz stimmt. Du brauchst natürlich dazu noch ein Hosting-Service der dich auch so um die 5€ bis 10€ pro Monat kostet! Und eine Domain brauchst du natürlich auch noch.
Wenn du dich entscheidest, die selbst gehostete Version von Ghost zu verwenden, musst du wirklich technisch versiert sein, um alles einzurichten und zu warten.
Nachteil neben den technischen Kenntnissen: wenn deine Website ausfällt oder etwas schief geht und deine Inhalte verschwinden, bist du auf dich allein gestellt. Ghost bietet keinen Kundenservice für seinen Open-Source-Plan an!
Die Open-Source Variante ist meiner Meinung nach wirklich nur für erfahrene Entwickler und Programmierer.

ghost.org Preise November 2021

Ghost PRO:
Die kostenpflichtige Variante, die von Ghost gehostet und gewartet wird, mit erweiterten Funktionen, umfangreichen SEO-Funktionen und unzählige andere Funktionen die den Preis auf jeden Fall rechtfertigen.

Einnahmen erzielt das Ghost-Team nur mit dem kommerziellen Hosting-Service der Ghost-Plattform.

Die Preise ( Stand: 11-2021 ) beginnen derzeit ab 11 Dollar pro Monat
( oder $108 pro Jahr bei Jahreszahlung ).

Die Ghost Pro Infrastruktur ist standardmäßig mit einem weltweiten CDN, einem ordnungsgemäßen Lastenausgleich, automatischen wöchentlichen Upgrades, Backups sowie Bedrohungs- und Betriebszeiten-Management ausgestattet.
Quasi das Rundum-Sorglos-Paket für jeden Bedarf.

Du kannst Ghost entweder auf dem vollständig verwalteten Hosting nutzen oder direkt in eine eigene Infrastruktur integrieren, je nachdem, was du bevorzugst.

Die Mehrheit der Nutzer tendiert dazu, Ghost auf dem vollständig verwalteten PaaS namens Ghost Pro zu betreiben. Damit entfällt der Aufwand für Server-Management, Sicherheitsüberwachung und Software-Updates komplett - und du kannst dich voll auf die anderen Aspekte deines Unternehmens konzentrieren, wo deine Zeit besser angelegt ist.

Einige größere Unternehmen wie Apple und Square betreiben Ghost in ihren eigenen privaten Netzwerken, wo sie einige tiefgreifende Modifikationen an der Software vornehmen können, um sie an bestimmte Anwendungsfälle anzupassen.

Ghost hat übrigens eine sehr einfache Admin-UI für eine reibungslose Benutzererfahrung. Aber unter der Haube hast du immer noch die volle Kontrolle darüber, wie was funktioniert.

Alle Ghost Pro-Kunden erhalten rund um die Uhr vorrangigen E-Mail-Support.

ghost Pro vs Self-Hosting

SEO-Funktionen

Was nützt das Bloggen, wenn es niemand liest?
Ghost verfügt über ausgezeichnete integrierte SEO-Funktionen.

Dinge wie automatische XML-Sitemaps, RSS-Feeds, saubere Permalinks und spezielle SEO- und Strukturdaten-Metafelder bedeuten, dass Ghost vieles für dich erledigt, direkt aus der sprichwörtlichen Box heraus. Aber es kann auch an eine große Anzahl von Anwendungsfällen angepasst werden. Dazu stehen auch sehr viele Integrationen bereit.
Man kann die Metadaten und Tags für jede Webseite und jeden Post einzeln anpassen. Und Ghost gibt jetzt mit Version 4.0 automatisch responsive, lazy-loading Bilder aus.


Die Performance von Ghost

Die durchschnittliche Front-End-Leistung ist mit der Version 4.0 um mehr als 50% gestiegen. Ghost war bereits außerordentlich schnell, aber jetzt ist es ziemlich trivial, 99-100 Geschwindigkeits-Scores auf LightHouse oder dem Google PageSpeed zu erreichen - auf Augenhöhe mit statischen Websites.

Umfangreiche Überarbeitungen der Codebasis von Ghost haben außerdem die Gesamtleistung in Bezug auf die Anfragen pro Sekunde um 40% verbessert. Die Latenz ( Reaktionszeit ) wurde um 30% reduziert und das Ausliefern von Anfragen nach einem Start/Restart um 300% beschleunigt.
Wem diese Werte jetzt nichts sagen – das sind wirklich krasse Geschwindigkeitssteigerungen. Im direkten Vergleich zu einer WordPress Website, wird eine Ghost-Website etwa bis zu 20-mal so schnell geladen!


Die Features von Ghost

( Komplette Feature-Liste: ghost.org/feature-index )

Zu den neuen Features ( ab Version 4.0 ) gehört eine Mitglieder-Verwaltung,
Artikel mit den Eigenschaften “Öffentlich", “Member" und “Paid",
sowie die Einrichtung eines Payment-Prozess mit dem Anbieter Stripe.

Auch E-Mail Newsletter und Abonnements wurden in das System integriert.

Alle Neuheiten von Ghost 4 sind in der Ghost-News zum Release übersichtlich zusammengestellt.


Vorteile und Nachteile von Ghost

✅  Vorteile von Ghost:

  • Brute-Force-Schutz
  • Automatisches SSL
  • Überall verschlüsselte Token
  • Mitgliederverwaltung
  • Premium-Inhalte exklusiv für Abonnenten erstellen
  • Ghost erhebt 0% Gebühren von seinen Nutzern, so dass jedes Geld, das du mit Abonnenten verdienst, voll in deine Tasche geht
  • Benutzer-Rollenverwaltung
  • E-Mail-Newsletter
  • Mehrsprachig: Veröffentliche in einer beliebigen Sprache
  • benutzerdefinierte 301- und 302-Umleitungen
  • Individuelles Branding
  • benutzerdefinierten Code hinzufügen
  • zusätzliche statische Seiten
  • Markdown-Unterstützung
  • Vollbildbearbeitung
  • Intelligente Links
  • Benutzerdefinierte HTML-Boxen
  • Speichere alle Inhalte als Snippet, um sie später wiederzuverwenden
  • automatische Einbettungen von Twitter, YouTube, SoundCloud, Spotify, Instagram, CodePen, Vimeo, Flickr und vielen mehr
  • Interne Tags
  • Benutzerdefinierte URLs
  • Beiträge planen
  • Podcast-Unterstützung
  • Ghost generiert automatisch RSS-Feeds
  • Automatische Google Sitemaps
  • Ghost erstellt automatisch eine ordnungsgemäß geformte robots.txt-Datei
  • Google AMP bereits integriert
  • Google Analytics-ID
  • Automatische RPC-Pings
  • Strukturierte Metadaten werden automatisch zu jeder Seite für Google-, Facebook OpenGraph- und Twitter Cards-basierte Mikroformate hinzugefügt
  • Benutzerdefinierte Seitenmeta
  • Keine Plugins erforderlich
  • Benutzerdefinierte Integrationen
  • Benutzerdefinierte Designeinstellungen
  • vorgefertigten Ghost-Themen
  • Werbefrei
  • Community-Unterstützung

⛔️ Nachteile von Ghost:

  • keine native Kommentarfunktionalität
  • nicht geeignet für E-Commerce
  • bei Nutzung von Mitgliederabo / Newsletter oder mehreren Bearbeitern etwas teuer
  • Self-Hosting erfordert technisches Wissen


Themen und Anpassung

Ghost kommt standardmäßig mit einem Thema im Magazin-Stil namens Casper – aber du hast auch unzählige von responsiven, wunderschön gestalteten Themen zur Auswahl. Es gibt sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Themen, die von $19 bis $149 reichen. In der kleinsten Pro-Version kannst du allerdings nur die offiziellen Themes verwenden ( ist aber völlig ausreichend ).

Die Ghosts Themen sind minimalistisch und unglaublich einfach einzurichten. Du kannst ein Thema mit nur einem Klick in der Vorschau anzeigen und installieren. Jedes Theme kann auf das eigene CI-Design angepasst werden ( Schrift, Farben, Logo ).

ghost.org Dashboard

Der Ghost Editor und dein Publishing Workflow

Das Ghost Dashboard ist minimalistisch, wunderschön gestaltet. Du siehst auf einen Blick die verschiedenen Optionen wie Entwürfe, veröffentlichte Beiträge und geplante Beiträge.

Der Editor bietet dir alle grundsätzlich zum schreiben benötigte Funktionen. Du schreibst deinen Text mit Markdown – hast aber über eine Bearbeitungsleiste jederzeit Zugriff auf die üblichen Formatierungsoptionen.

Aktiviere die Vollbild-Bearbeitung für ein ablenkungsfreies Schreiben.
Du kannst Karten einbetten, die aus Bildern, HTML-Schnipsel oder dynamischem Inhalt bestehen.

Planen deine Posts, wann immer du möchtest, dass sie live geschaltet werden.
Erstelle benutzerdefinierte Post-Vorlagen. Wenn du ein Standardformat für deine Beiträge oder Seiten hast, kannst du diese als Vorlage speichern, um sie schnell neu zu erstellen.

ghost Post Planer

Mit Ghost Pro kannst du eine benutzerdefinierte URL für deine Website erstellen, benutzerdefinierte Beitragsvorlagen für bestimmte Arten von Beiträgen oder Seiten einrichten und deine Blogging-Inhalte anhand von Tags sortieren.

Für etwaige Code Schnipsel ( z.B. Google Analytics ) kannst du eigenen Code in den Kopf-, Fußzeilen- oder Seiteninhalt deiner Website einsetzen, um zusätzliche Skripte und Stile zu erhalten.

Wenn du externe Schreibprogramme wie beispielsweise Ulysses nutzt, kannst du direkt aus dem Programm heraus deine Texte zu Ghost übertragen.


Mitgliedschaften und Abonnements

Du kannst deinen Blog monetarisieren, indem du Abonnements und Premium-Inhalte verkaufst. Du kannst sogar Newsletter an deine registrierten Mitglieder senden.

Genauer gesagt:

  • Richte wiederkehrende Abonnements mithilfe der Stripe-Integration ein
  • Erstelle Mitglieder-Webhooks, so dass bei jedem Hinzufügen oder Löschen eines Mitglieds ein vordefinierter Auslöser entsprechend ausgelöst wird
  • E-Mail-Newsletter mit nur wenigen Klicks senden.
  • Du kannst sogar Blog-Beiträge in einem E-Mail-Newsletter-Format veröffentlichen, so dass deine Leser frische Inhalte direkt aus ihrem Posteingang genießen können
  • Mitglieder über CSV importieren oder exportieren.
  • Du kannst ein Anmeldesystem für Mitglieder erstellen und mit dem Sammeln von E-Mail-Adressen beginnen.


Integrationen

Es gibt Integrationen für Disqus, Google Analytics, Stripe für Zahlungen, Slack, Google AMP, Google Drive, Google AdSense, GMail, EmailOctopus, Mailchimp, mailerlite, Typeform, YouTube, Vimeo, Instagram, twitter, Facebook, SoundCloud, Spotify, Airtable, HubSpot, PayPal, Shopify, Ulysses und viele andere nützliche Dienste.
Durch Zapier kann Ghost direkt in über 5.000 Apps und Dienste integriert werden.

Hier ( ghost.org/integrations ) ist die vollständige Liste der Dienste, die zur Integration in Ghost verfügbar sind.

ghost Integrationen


Welche bekannten Unternehmen nutzen Ghost?

u.a., Airtable, Buffer, CloudFlare, clubhouse, deliveroo, DigitalOcean, DuckDuckGo, duolingo, Emojipedia, GUSTO, mozilla, napster, NASA, OpenAI, Revolut, SPEEDTEST, Square, Ulysses, Unsplash, ...


FAZIT:

Ghost hat sich von einem reinen Blog-System zu einer professionellen Publishing-Software entwickelt. Damit wird Ghost für Journalisten, kleine Publisher und Blogger zur vielleicht besten Option.

Wer also mit einem eigenen Publishing-Business liebäugelt, bei dem sollte Ghost anstelle von WordPress ganz oben auf der Liste stehen.
Nutzt du deine Website hauptsächlich zum Bloggen, ist Ghost eine der derzeit besten Optionen auf dem Markt.

So genug gelobt. Entscheiden musst du letztendlich selbst. Aber ich hoffe du kannst mit diesem Beitrag deine Entscheidung leichter treffen.


Quellen:

  • Ghost Foundation, Singapore
  • eigene Recherchen, Erfahrungen